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Dienstag, 14. Juli 2015

ein freier Tag

Großartig, wenn man morgens aufwacht und den Regen hört... aber kann man ja auch positiv sehen: Ich wollte eh mal wieder einige Stunden am Stück nähen.
So ging ich direkt mit dem ersten Becher Kaffee Richtung Nähtisch. Einiges musste ich noch wegräumen, dann musste ich mir erstmal klar werden was ich denn machen möchte. Schließlich begann ich mit einem Handy-Sitzsack.
Dummerweise habe ich keine Füllung. Ich hätte gern Getreide, dann kann ich auch gleich mal ein Körnerkissen machen.
Draußen hat es aufgehört zu regnen. Nach der Hunderunde finde ich nach etwas Internetrecherche einen großen Sack Weizen zu einem super Preis. Hingefahren, gekauft.

Dieses und ein weiteres  Säckchen genäht, überlegt, Körnerkissen angefangen zu nähen.
Irgendwas nach 17 Uhr ruft meine Nachbarin an. Die steht schon länger im Stau und es rührt sich nach wie vor gar nichts. Ob ich da nicht mal ihren Hund raus lassen könnte.
Klar kann ich. Es schüttete wie aus Eimern! Selbst der kurze Weg zu ihr rüber hätte mich komplett durchnässt. Also rein in die gesamten Regenklamotten und rüber. Und wenn ich eh schon angeplünnt bin... Hund geschnappt und los in den Wald. Es hörte und hörte nicht auf zu schütten, wir waren sowas von nass!
Hund wieder ins Nachbarhaus geschoben, nach Hause, Klamotten ins Bad gehängt, wieder ran an die Nähmaschine. Nachdem das Körnerkissen im  optimalen Nackenformat samt Überzug fertig ist, gönne ich mir eine Runde Couch und Cesar Millan.


Irgedwas vor sieben ruft die Nachbarin wieder an. Mittlerweile hat sie die Autbahn verlassen (müssen), steht aber nach wie vor - nun eben auf der Landstraße. Und dummerweise ist nun das Auto verreckt.
Blöd.
Sie will erstmal ne Zigarette rauchen und dann gucken ob die Karre wieder anspringt.
Es dauert eine Weile bis sie wieder anruft, aber sie hat den ADAC bestellt.
Kurz nach 20 Uhr berichtet sie, der ADAC sei nun da, die Karre liefe erstmal wieder, man würde sie zur nächsten Werkstatt bringen. Aber da kommt sie ja nicht weg.
Gut. Ich fahre also los. Zur Werkstatt sind es etwa 20km. Der ADAC Mann ist ja bei ihr, kann ja nichts mehr passieren.
Dachte ich.
Als ich endlich die Werkstatt erreicht habe sehe ich eine Nachricht von ihr auf dem Handy: Nichts geht mehr, ich warte auf den Abschlepper.
Und so warteten wir... sie auf einem Parkplatz im Wald, ich auf einem Parkplatz eines Autohauses. Toller Abend. Echt.
Meine Nachbarin hat Hunger, muss Pipi und hat nur noch eine Zigarette.
Ihr geht es wirklich schlechter als mir. Ich beschließe mal loszufahren ob es in der Gegend eine Kneipe gibt, wo ich wenigstens ein Bierchen trinken kann.
Stattdessen finde ich zwei Supermärkte - das geht auch.
Ich kaufe einen 6-pack alkoholfreies Bier für mich und das Notfallpaket für die Nachbarin: Eine Flasche Wasser, eine Packung Käse, eine Packung Frikadellen, Brötchen, und eine Schachtel Zigaretten.
Auf dem Rückweg zum Autohaus sehe ich eine Gruppe junger Leute die aussehen als würden sie Party machen - hinter der Tanke an den Waschboxen. Ich fahre hin, stelle mein Auto direkt vor ihnen ab, pule mir eine Flasche Bier aus dem Träger und steige aus. "Kann mir jemand die Flasche aufmachen? Ihr seht so aus als seid ihr voll ausgestattet".
Ich gebe zu: Dieser Anblick war wirklich schon merkwürdig - sieht ja auch keiner das "alkoholfrei"-Etikett ;-) Und wieso habe ich überhaupt keinen Öffner? Die haben sich amüsiert...

Gegen 21:30 Uhr kommt die Nachricht: "Ich warte immernoch auf den Abschlepper"
GROSSARTIG! Genau so habe ich mir meinen freien Abend vorgestellt!
Ich denke, dass ein erneuter Besuch des Supermarktes interessanter ist, als die Wand des Autohauses anzustarren.
So schlenderte ich dann noch durch die Regale bis kurz vor 22 Uhr, als endlich die Nachricht kam, der Schlepper sei nun da.

Eigentlich wollte ich gleich ins Bett als wir endlich zuhause waren, aber irgendwie ging das nicht. Nun hocke ich also noch nach Mitternacht hier und schreibe den Post.
Ob ich morgen aus dem Bett komme?

Kommentare:

  1. Oh wie ärgerlich ist das denn? Welch Zeitzverschwendung! Bist halt ein netter Mensch und hast auch beim Handysack ein Schildchen von Dir angenäht!

    Nana

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  2. Liebe Bianca,
    das ist ja eine Odyssee. Da haben sich ja die Ereignisse aneinandergekettet. Irgendwie ist das verschwendete Zeit für Euch Beide gewesen aber es hat Deine Nachbarin bestimmt gut getan das Du für sie da warst.
    Ganz lieb von Dir dieser Einsatz.
    Es kann nur besser werden.
    Liebe Grüße
    Monika

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