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Sonntag, 17. Mai 2015

Nicht problemlos, aber geschafft

Bis 23 Uhr habe ich gestern an der Maschine gehockt. Immer mal wieder aufgegeben, aber es lies mich nicht in Ruhe und ich bin immer wieder ran. Warum spaltet mein Garn? Ich hatte irgendwann alles mögliche an Nadeln versucht, von Top Stitch 90 und 80 bis Quilting 90 und 70... nichts. Ich habe mir eine Konstruktion gebastelt aus meiner Fadenführung von der Strickmaschine, damit ich das Garn neben der Maschine stehen lassen kann. Nichts. Spulenhalter mehrmals ausgebaut, gereinigt, irgendwann da versucht an der Unterfadenspannung etwas zu ändern - noch schlimmer. Ich kam irgendwann nur noch 30 Stiche weit bis zum Riss. Ich nahm ein anderes Sandwich - nichts. Ich spulte den Unterfaden neu. Nichts. Bis 23 Uhr (seit Mittag) keine Lösung. Als ich ins Bett ging glaubte ich schon an eine "Montagsrolle" - warum hast du nicht das weiße versucht, damit ging es doch? Aber ich konnte mich so gerade noch zurück halten, mich erneut an die Maschine zu setzen.
Heute Morgen dann mit dem ersten Kaffee gleich wieder ran. Aber auch mit dem weißen Garn läuft es nicht. Irgendwas ist faul.
Schließlich habe ich das Madeira rausgenommen und statt dessen Bottom Line benutzt. Zum Glück quilte ich nur eine Box, da sieht man die Rückseite nachher eh nicht.
Seit dem lief es. Nicht so perfekt wie sonst, zwischendurch auch mal wieder gespaltenes Garn, aber oft konnte ich das Drama noch so gerade abwenden, wenn ich das verdächtige Klacken in der Unterfadenspule gehört habe. Schööööööön langsam, vor, zurück, laaaaangsam weiter... gerettet. Immerhin bin ich mit meinem Teil ja nun fertig geworden.


Für die Box brauche ich die selbe Größe jetzt nochmal. Aber nun genieße ich die wenigen Sonnenstrahlen heute, sonst bekomme ich noch einen totalen Rappel.

Noch etwas war ganz eigenartig heute. Aber eigenartig im positiven Sinne. Während ich am Quilten war hörte ich so ein verdächtiges "Gong" im Erdgeschoss. So ein Vogel-klatscht-ans-Fenster-gong.
Mist.
Tote Tiere sind nichts für mich. Halbtote schonmal überhaupt nicht. Da traue ich mich nicht mal in die Nähe, sondern brauche mehrere Meter Abstand. Seit Jahren ärgere ich mich darüber und sage mir immer "du musst das auch schaffen. Wenn das Tier noch lebt, musst du helfen". Und so ein Vogel, den muss man sofort aufrecht hinsetzen, wenn er noch eine Chance haben soll.
Ich hörte das *gong* und stand auf. Als ich runter kam sah ich Maddox schon dumm aus der Wäsche gucken "guck mal, da is was". Jepp. Vogel. Liegt da. Lebt noch.
Mist.
Aber was soll ich sagen?
Ich habe mir ein Geschirrhandtuch geholt und habe den Vogel ins Futterhaus gesetzt. Hauptsache erstmal weg vom Boden. So aufrecht wie möglich habe ihn da im Handtuch platziert. Man war ich stolz.
Leider hat er aber nicht überlebt. Als ich mit Quilten fertig war, lag der Vogel wieder am Boden. Und dieses Mal atmete er nicht mehr.
Mist.
Ich habe ihn eben auch angefasst. Es ist nicht schlimm!
Normalerweise brauche ich eine Schaufel mit laaaaaaaaaaaaangem Griff. Und einen Besen mit einem ebenso langen Stiel. Und am besten gar nicht hingucken, wenn man das Tier auf die Schaufel schiebt.
Mist.
Ich habe ihn eben auch angefasst....
Ich ging in die Küche, holte ein Küchenpapier (!!!), habe den Vogel mit meinen Händen genommen und der Natur an richtiger Stelle wieder zugeführt.
Ich! Ich hab's getan! Wow!
Hoffentlich erinnere ich beim nächsten Vogel (Maus, Eichhörnchen...) daran.

Kommentare:

  1. Oh, ich kenne das auch mit den toten Tieren, es ist für mich sehr schlimm. Nicht der Ekel oder die Angst, aber es ist das Sterben eines Lebewesens, was die Natur so har nicht mitbekommt. Gerade so, als wäre er nie da gewesen und vielleicht hat er oder sie sogar noch irgendwo eine Brut sitzen die auf Futter wartet. Aber wenn es Vögel gibt, die gegen Deine Scheibe fliegen, dann mußt Du da was machen!

    Nana

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