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Montag, 29. Juli 2013

Agility - neue Eindrücke

Leider kann ich zum Thema keine Fotos bieten, aber es beschäftigt mich gerade so sehr, dass ich darüber schreiben möchte!

Kleine Vorgeschichte:
Mit Milow habe ich eine Weile Agility gemacht. In der Hundeschulde wurde das aber nie als Turniersport betrieben, sondern "just for fun". Dafür fand ich es aber schon recht anspruchsvoll. Während ich mir ursprünglich überhaut nicht vorstellen konnte, einen Hund über Hürden zu schicken ("was für ein Blödsinn"), habe ich mich halt irgendwann doch dazu durchgerungen, weil ich meine Sportskanone irgendwie sinnvoll beschäftigen wollte. Ich selbst hatte dann echt Spaß dran. Das war übrigens auch ein Grund dafür, warum ich mich dann plötzlich für die Rasse Australian Shepherd interessiert habe.
Dann kam Maddox. In den ersten Wochen (viele Wochen) war er zu nichts richtig zu motivieren. Er hat mich immer fragend und gelangweilt angeglotzt und war alles andere als begeistert... egal was ich versucht habe.
Ich baute irgendwann provisorische Hürden im Garten auf: Er lief drumrum, er krabbelte unter durch, aber drüber springen kam ihm nicht in den Sinn. Es dauerte ein paar Tage, aber als er endlich kapiert hatte, war er dann auch einigermaßen interessiert dabei.
Ich habe dann Maddox für Agility genommen, Milow hatte ja noch ZOS und irgendwie sowieso die Lust verlorgen am Agility, er wollte nur Faxen machen. Also Maddox. Nicht sofort, aber doch schneller als dachte, machte er sich richtig gut.
Aber dann wurde das Wetter schlecht, der Platz matschig, der Winter kam, und schließlich wurde das Training am Montag eingestampft.
Mittlerweile war ich zu einer anderen Hundeschule gegangen. Aber hier war Agility nun wirklich "just for fun", da war keine Herausforderung mehr. Die Hürden klein, der Weg einfach immer nur außen rum. Einige Male habe ich das mitgemacht, aber so richtig der Hit war es nicht. Ich brauchte mit Maddox etwa 30 Sekunden für die Runde, die anderen Teilnehmer mehrere Minuten.

Nachdem ich nun viele Schwierigkeiten mit Maddox überwunden habe, kamen die "alten" Gedanken zurück. Maddox möchte mittlerweile wirklich etwas tun. Er kann sich schon länger konzentrieren, braucht nicht mehr ganz so lange wie früher um was zu verstehen, und will will will wirklich was zu tun haben!
Ich hatte noch eine Möglichkeit in erreichbarer Nähe: Ein Hundesportverein die auch Turniere machen - aber man muss nicht Turniere laufen. Ich habe mich also dorthin getraut und erstmal alle Fehler gemacht, die ich hätte machen können. Im Nachhinein ist mir das klar geworden, aber an besagtem Tag war ich echt geknickt: Maddox hat getan als hätte er noch nie Agility gemacht, er war an allem interessiert - nur nicht an mir, er schaffte nicht mal drei Hindernisse in Folge, und zum krönenden Abschluss kackte er dann einfach mitten auf den Platz. Am liebsten wäre ich im Erdboden versunken!
Man riet mir, in eine andere Gruppe zu gehen. Die hatten allerdings erstmal Sommerpause.

Heute habe ich es nun wieder gewagt und bin mit Maddox hingefahren.
Ich bin nicht so der Mensch, der offen auf andere zugeht. Ich habe schon sehr damit zu kämpfen, mich da unter fremden Leuten irgendwie zurecht zu finden. Keine gute Ausgangslage - schließlich übernimmt der Hund die Unsicherheit ja auch. Dann ist es ein riiiiieeeeesen Parcours, wie soll ich mir das merken? Bei meiner Nervosität?... Wir kommen eh nicht weit... aber herrje, da sind die anderen auch noch so gut - ich war drauf und dran zu flüchten.

Aber heute hatte ich mal Glück. Während ich sonst oft mit meiner Unsicherheit keinen Fuß an den Boden kriege, waren die Damen hier sehr nett. Sie haben mich aufgefordert mich zu ihnen zu setzen und wir haben etwas geklönt, das hat mir sehr geholfen lockerer zu werden. Die haben sooooo viel Geduld, machen Abschnitte immer und immer wieder, bis sie problemlos klappen.
Ich habe dann mit Maddox auch erstmal klein angefangen. Der Kerl meinte die ersten X Male doch tatsächlich, unter der Hürde durch laufen ist viel schneller... ich war verzweifelt. Seit unseren anfänglichen Problemen damals im Garten, war er nie wieder auf die Idee gekommen unter durch zu laufen. Aber hier machte er es hartnäckig bei der ersten Hürde. Aber irgendwann hatten wir alles so verbaut, dass es endlich weiter gehen konnte.
"Der muss da auch mal richtig laufen, der muss SPASS haben! Du hast einen schnellen Hund, das soll auch so sein, du musst da viel schneller werden!"
*huch*!
Ja gut, Spaß, schnell, ich versuch's!

Für Maddox war nicht nur der Parcours eine Herausforderung, sondern auch alles drumherum. Da laufen andere Hunde und er muss liegen bleiben. Die anderen Hunde kennt er nicht mal. Und wir waren bald direkt neben dem Tunnel! Er lag nur 1,5m vom Tunnel-Ausgang weg, wo die Hunde durch fetzten, und er musste das im Liegen ertragen! Der hatte fast mehr Stress als wenn er selber lief ;) Natürlich hat er auch oft lautstark auf sich aufmerksam gemacht. So ein lautes Jammern... huuaaahhh, ich kann das nicht so gut haben. Aber irgendwie scheint es keinen interessiert zu haben. Aussie eben. ICH muss wohl noch entspannter werden und lernen, mich mit dieser Eigenart einfach abzufinden.
Ich fand, es ist ein tolles Training nebenbei. Ruuuuhig bleiben! Nein, du darfst nicht zu den anderen Hunden hin! Generell ein Problem - aber er hat sich gut geschlagen!
Total süß war die junge Labrador-Hündin, deren Frauchen neben mir saß. Die hat Maddox mit ihrem Ball-an-der-Schnur immer aufgefordert zu spielen und es war sooooo süß zu sehen! Es dauerte etwas, aber irgendwann kapierte er was sie wollte. Echt, die beiden waren sooo Zucker!
Dann war da noch so ein kleinerer Aussie, total witzig, aber sooooooooooooooooooooooooo aufgedreht - echt hammermäßig. Soll aber nur da auf dem Platz so sein, sonst ist er "normal".
Als ich mit Maddox am Rand an einem extra Slalom geübt habe, war er oft drauf und dran, doch auf den Platz zu rennen zu dem Hund der da  gerade läuft, oder zu dem Hund, der da gerade auch jammert während er warten muss, oder zu dem Menschen, der da gerade aus einer knisternden Tüte Leckerlis holt.... Maddox typisch ist er viel abgelenkt, aber letztlich hat er dann doch gewendet und ist zu mir zurück und hat wieder mitgemacht.

Ich bin total begeistert von diesem Erlebnis heute! Ich glaube es hat Maddox viel Spaß gemacht und ich glaube, dass uns das super viel bringen wird in unserem Zusammenleben hier allgemein. Ich melde mich ganz sicher im Verein an und gehe nun regelmäßig hin!
Meine Beziehung zu Maddox hat sich in letzter Zeit eh ins positive gewandelt, ich denke, das kann jetzt noch viel besser werden. Er ist wirklich klasse!

Kommentare:

  1. Wow das hört sich nach einer ganz tollen Gruppe an und ich bin mir sicher das sie euch helfen werden schnell dazu zu gehören!
    Sei stolz auf dich und deinen Hund - ihr habt doch schon viel zusammen erreicht!

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  2. Ich freu mich das du so ein positives Gefuehl hattest.
    guck mal, Ich mag die Huehnersuppen fuer die Seele Buecher total gerne. Hab allerdings noch keins bezogen auf Tiere/ Hunde gelesen.
    Vieleicht ja was fuer dich?

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  3. Das klingt doch gut. Ich finde, was man macht, ist letztendlich egal, Hauptsache ist, dass es beiden Seiten Spass macht. Und das tut es nun mal nur, wenn die Atmosphäre auch stimmt. Scheint, als ob du in einer tollen Gruppe gelandet bist. Freut mich sehr für dich und Maddox.

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  4. Ja, das hört sich doch gut an. Rom ist auch nicht an einem Tag erbaut worden (bäh, blöder Spruch!) Wir habens es auch mal eine Zeit lang probiert, aber dann hatte der Gatte keine Lust mehr drauf. Leider Pech für die Hunde. Und den Job wollte ich nicht auch noch übernehmen. Aber zum Glück funktioniert es auch ohne.
    Liebe Grüße von
    Stine

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